Das Tai Chi wurde ursprünglich als Kampfkunst entwickelt, seine hervorragende Wirkung auf die Gesundheit ist quasi ein (heutzutage primär gesuchtes) Nebenprodukt des Operierens mit der elektromagnetischen Energie, dem Chi oder der Lebensenergie, wie es beim Tai Chi geschieht.
Der ursprüngliche Zweck des Tai Chi war es, einen Opponenten mit Hilfe und unter Anwendung dieses elektromagnetischen Erdkraftfeldes zu bezwingen. Im Tai Chi nennt man das: "Das Leihen der Kraft der Erde".
Bei solch einem Kräftemessen gewann derjenige, der eine stärkere Verbindung ("Rooting") dieser Energie durch seinen eigenen energetischen Organismus aufweisen konnte.
Diese Verbindung, die den wahren und wesentlichen Kern des Tai Chi darstellt, wird durch das Qi-Gong ausgebildet. Qi-Gong stellt deshalb immer die wesentliche Grundlage und das eigentliche Fundament des Tai Chi dar.
Die Standübungen (Zhang Zhuang) des Qi-Gong waren immer das wesentliche und eigentliche Fundament, die eigentliche Kraftquelle, des Tai Chi Chuan. In China trainiert ein professioneller, wissender Praktiker des Tai Chi Chuan im Verhältnis 3:2 jeweils die Standübungenn des Qi-Gong und additiv erst die Techniken des Tai Chi Chuans, das im Grunde nur ein "Qi-Gong in Bewegung" darstellt: Eine Methode, wie man den Strom der Energie auch während der Bewegung des Körpers aufrecht erhalten kann.
Durch diese Übungen des Qi-Gong, korrekt und unter Beachtung der richtigen Grundlagen ausgeführt, wird das Tai Chi erst mit wahrer Kraft erfüllt bzw. diese kontinuierlich gesteigert: das eigene Tai Chi wird immer wirkungsvoller. Das gleiche gilt für das Praktizieren des Baduan Jin ("8 Brokate"), des Yi Jin Jing, des Zhineng Gong, und alle Arten und Stilen des Qi-Gong und Tai Chi überhaupt und erst recht für die taoistischen, alchemistischen Praktiken oder auch die Praktiken der westlichen Hermetik - sie entfalten umso mehr Effizienz und Wirksamkeit, je mehr das innere Energiesystem (Meridiane) des Menschen ausgebildet wird. Eine solche kontinuierliche Ausbildung aber geschieht nur durch die energiebildenden Übungen des Qi-Gong (Zhang Zhuang), und ihr korrektes ausführen.
Eine bedauernswerte Tatsache besteht leider darin, dass viele Menschen glauben, das "Tai Chi sei viel zu kompliziert, um es richtig oder gar eigenständig zu erlenen". Aus diesem Grund geben leider nicht Wenige wieder auf. Dieser Glaube aber ist absolut falsch! Wahr ist hingegen: Viele Ausbilder vermitteln das Tai Chi einfach viel zu kompliziert, zu kopflastig, zu theoretisch - und ohne Kenntnis der korrekten Grundlagen des Qi-Gong. Es fließt keine Kraft, und deshalb legt sich der Praktizierende zu sehr auf Äußerlichkeiten und äußere Feinheiten fest.
Wahres Tai Chi ist so einfach wie Essen, Atmen, Schwimmen - wenn man einmal begriffen hat worauf es ankommt. Weder beim Atmen, Essen noch beim Schwimmen kommt es auf Millimeterbewegungen an - sondern wir müssen einfach nur generell das Richtige tun. Wenn man diesen Kern begriffen hat, dann ist man in seinen Bewegungen frei, solange man nur die Grundlagen der Energieführung beachtet.
Sobald man, durch korrektes Qi-Gong-Training, den Strom der Lebensenergie deutlich fühlt benötigt man auch hier nicht zwingend einen Lehrer - man beginnt das Tai Chi lebendig zu begreifen.